KATAR



 

Ländername: Staat Katar - Dawlat Qatar (arab.) - State of Qatar (engl.)
Klima: Teilweise feuchtheißes Tropenklima, im Sommer bis zu 50˚C mit gelegentlichen Sandstürmen, milde Winter mit wenigen, zeitweise heftigen Niederschlägen
Lage: Halbinsel am Persisch-Arabischen Golf, angrenzend an Saudi-Arabien, Seegrenzen mit Saudi-Arabien, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Iran
Größe: 11.437 qkm (größte Länge 160 km, größte Breite 80 km)
Hauptstadt: Doha (arabisch: Aal-Dawha), ca. 800.000 Einwohner
Bevölkerung: rund 1,56 Mio., davon weniger als 20 % Katarer, im übrigen überwiegend Asiaten sowie andere Araber; hohe Wachstumsrate von 5-6 %
Landessprache: Arabisch, als Geschäftssprache weit verbreitet: Englisch
Religion/Kirchen: Islam (orthodox sunnitisch-wahhabitischer Ausrichtung, sehr kleine schiitische Minderheit) als Staatsreligion. Neben dem dominierenden Islam haben 2006 einige christliche Kirchen Rechtsstatus erlangt
Nationalfeiertag: 18. Dezember (Tag der Staatsgründung)
Unabhängigkeit: 3. September 1971
Regierungsform: Autokratisch mit Beratender Versammlung (Majlis al-Shura)
 
 
 
Katar wurde zwar während der Steinzeit von Jägern und Sammlern bewohnt, doch wurde das Land durch die zunehmende Austrocknung seit dem 5. Jahrtausend v.Chr. von den Menschen verlassen. In den folgenden Jahrtausenden wurde Katar nur sporadisch besiedelt. 628 schlossen sich die Bewohner Katars dem Propheten Mohammed an und traten zum Islam über. Aber auch in der Folgezeit hatte das Land wegen des fehlenden Wassers kaum eine Bedeutung. Von sporadischen Handelssiedlungen an der Küste abgesehen, war das Land nur von Beduinen bewohnt.
 
Um 1760 wanderten Beduinen unter dem Clan der al-Thani in den Nordwesten von Katar ein, denen wenige Jahre später die Sippe der al-Khalifa aus der Gegend von Kuwait folgte. Zwischen diesen Sippen kam es in der Folgezeit zu vielen Machtkämpfen. 1783 gelang den al-Khalifa die Abwehr eines persischen Angriffes und die Eroberung von Bahrain, worauf sich ein Großteil des Stammes auf der Insel niederließ, was zur Neuordnung der Machtverhältnisse in Katar führte. Ende des 18. Jahrhunderts geriet Katar zunehmend zwischen die widerstreitenden Interessen von Persien und Oman und den Arabern der Piratenküste. In dieser unsicheren Zeit gewann der Clan der al-Thani mit seinem Zentrum Doha an der Ostküste Katars die Vorherrschaft. Die Gründung der al-Thani-Dynastie wird auf 1822 datiert.
 
Allerdings kam es 1867 noch einmal zu einem heftigen Kampf um die Herrschaft in Katar zwischen den al-Thani und den al-Khalifa von Bahrain. Zwar schlug ein Angriff der al-Thani auf Bahrain fehl, doch intervenierten die Engländer und erzwang einen Frieden. Im folgenden Jahr wurde ein Schutzvertrag zwischen Katar und Britannien abgeschlossen, wodurch das Land unter britischen Einfluss geriet. Diese Anerkennung der al-Thani führte zu einer endgültigen Trennung von Katar und der Insel Bahrain. Allerdings versuchten In der Folgezeit setzte Großbritannien seinen politischen und wirtschaftlichen Einfluss verstärkt durch. Als nach 1930 der Perlenhandel im Golf durch das Aufkommen japanischer Zuchtperlen weitgehend zusammenbrach, führte dies zu einer schweren Wirtschaftskrise, die viele Kataris zur Auswanderung zwang. Allerdings erfolgten schon 1939 die ersten Erdölfunde, wodurch die Ölförderung bald das neue wirtschaftliche Standbein Katars wurde. 
Nach dem Rückzug der Briten proklamierte Katar am 1. September 1971 seine Unabhängigkeit und lehnte damit, wie Bahrain, einen Anschluss an die Vereinigten Arabischen Emirate ab.